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Werke von Tomás Saraceno sind derzeit unter dem Titel "Verwobene Welten" im Haus der Kunst München zu sehen. Diese aktuelle Kunstausstellung zeichnet den einzigartigen Werdegang von Saracenos multidisziplinärem Schaffen nach und verbindet großformatige, immersive Installationen, die aus seiner Forschung und Zusammenarbeit mit menschlichen und nicht-menschlichen Gemeinschaften hervorgegangen sind, mit kleinformatigen Arbeiten, in denen Schwingungen von Spinnennetzen und Staubpartikeln im Mittelpunkt stehen, um die Beziehungen zur Erde, zum Wasser, zur Luft und zum Kosmos zu hinterfragen. Es ist eine Ausstellung, die Einblicke aus den Bereichen Naturwissenschaften, Architektur und Traditionelles Ökologisches Wissen (TEK) bietet.
Ausgangspunkt ist die luftgefüllte Skulptur Museo Aero Solar (2022), ein transnationales Werk und umfassendes Gemeinschaftsprojekt, das seit 2007 gemeinsam auf sechs Kontinenten entwickelt wurde und als offenes, prozessorientiertes Kunstwerk weiterwächst. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das raumgreifende Environment Towards the Sanctuary of Water (2026), eine Reflexion über die Bedeutung des Wassers für das Leben. Die drei angrenzenden Galerien sind den Kosmologien der Indigenen Andengemeinschaften gewidmet und stellen eine Verbindung zwischen dem Norden Argentiniens und Deutschland her. Die Ausstellung zeigt zudem eine Landschaft aus filigranen Spinnennetzen aus der Werkserie Webs of At-tent(s)ion (2026) sowie die Installationen Algo-r(h)i(y)thms (2026) und Sounding the Air (2022 – 2026); das partizipative Projekt Fairclouds (2023 – fortlaufend) und den Film Fly with Pacha, into Aerocene (2017 – 23) sowie atemberaubende Fotografien von Tomás Saraceno, die er seit seinem ersten Besuch im Jahr 2006 in den Salzwüsten von Salinas Grandes aufgenommen hat. Auf Initiative des Red-Atacama-Netzwerks, einem Zusammenschluss Indigener Gemeinschaften aus den Salinas Grandes, realisiert Tomás Saraceno ein dauerhaftes Land-Art-Werk mit dem Titel The Sanctuary of Water (2026) und setzt damit eine Zusammenarbeit in einer Region fort, die der Künstler seit zwei Jahrzehnten regelmäßig besucht. Das Haus der Kunst trägt unmittelbar zu dessen Realisierung bei und lässt die Ausstellung über ihre eigenen Grenzen hinauswirken. Die Struktur, die nach traditionellen andinen Methoden errichtet wird, soll im Herbst 2026 fertiggestellt werden. Nach ihrer Fertigstellung wird sie den Gemeinschaften von Red Atacama gehören und soll das Wasser der Salzseen vor Verschmutzung und Verdunstung schützen, die durch den Lithiumabbau in der Region verursacht werden. The Sanctuary of Water (2026) ist mehr als nur ein Kunstwerk – ein Ort, an dem das Wasser zelebriert wird und der es den Gemeinden ermöglicht, durch Ökotourismus Einnahmen zu erzielen und auf ihre kritische Lage aufmerksam zu machen. Die Ausstellung untersucht Wege, wie wir das Gleichgewicht unserer gemeinsamen Lebensräume bewahren können, und regt dazu an, Wasser nicht als Rohstoff, sondern als lebendiges Wesen zu betrachten, das Respekt und Fürsorge verdient. „Verwobene Welten“ überschreitet die Grenzen des Haus der Kunst und öffnet sich zum Eisbach hin mit dem neu angelegten Gemeinschaftsgarten Ostwiese und der Skulptur Cloud Cities: Species of spaces (2023 – 2026) auf der Terrasse Ost. Das Werk bietet saisonale Lebensräume für verschiedene Arten wie Vögel, Insekten und Spinnen. Zudem sind erstmals Hunde eingeladen, das Haus der Kunst mit ihrem Geruchssinn zu erleben. Während der gesamten Ausstellungsdauer wird die Landschaft des Englischen Gartens zum erweiterten Spielfeld mit geführten Spaziergängen von Expert*innen der Max-Planck-Gesellschaft. Vor Ort entsteht in offenen Workshops ein Museo Aero Solar, das aus wiederverwerteten Plastiktüten gebaut wird. Im Herbst soll schließlich der Versuch unternommen werden, die gemeinsam geschaffene Solarskulptur in der Luft schweben zu lassen. Die Ausstellung setzt ein Programm fort, das durch Fujiko Nakayas Nebelinstallationen (2022), Philippe Parrenos El Almendral (2024) und insbesondere die laufende Ausstellung „Steina: Playback“ geprägt ist und in dem Landschaft, Atmosphäre und die elementaren Kräfte als lebendige und miteinander verbundene Systeme erfahrbar werden. Wie Nakayas Nebel, der sich in Richtung Eisbach und Englischer Garten ausbreitete, öffnet auch Saraceno das Gebäude zur umgebenden Landschaft und lässt die Grenzen zwischen Innen und Außen, zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Welten durchlässig werden.
| Montag | 10:00:00 | - | 20:00:00 | |||
| Dienstag | Geschlossen | |||||
| Mittwoch | 10:00:00 | - | 20:00:00 | |||
| Donnerstag | 10:00:00 | - | 22:00:00 | |||
| Freitag | 10:00:00 | - | 20:00:00 | |||
| Samstag | 10:00:00 | - | 20:00:00 | |||
| Sonntag | 10:00:00 | - | 20:00:00 | |||
Haus der Kunst München
Prinzregentenstraße 1
80538 München
| Tel | +49 (0) 89 / 21 12 71 13 |
| Fax | + 49 (0) 89 / 21 12 71 57 |