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In einer Welt am Kipppunkt, in der die Lust am Zerstörerischen und Destruktiven wieder ganz unverhohlen zelebriert wird, scheint die Wirklichkeit zunehmend durch den Filter der eigenen Emotionen wahrgenommen zu werden. Politische und soziale Spannungen versetzen die Menschen in eine kollektiv-nervöse und verletzliche Grundstimmung. An der Schwelle zwischen Wahn und Wirklichkeit, zwischen Selbst und äußerer Welt, erkundet die Ausstellung On Nervous Grounds den Moment, in dem ambivalente Emotionen entstehen.
Klang, kinetische Kunst, Krefeld. Mit der Kunstausstellung „Von Höhen und Tiefen“ schaffen die Künstler Willi Reiche und Nils Mosh ein sinnliches Gesamterlebnis an zwei kulturhistorischen Orten. Sie setzen Anspielungen und Zitate auf die technische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung Krefelds für ein breites Publikum emotional und unmittelbar erfahrbar um.
Unter dem Titel "Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter" präsentiert die Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München bedeutenden Werke der Künstlergruppe "Der Blauer Reiters" - von Franz Marcs symbolischer Farbtheorie über Wassily Kandinskys Abstraktionen bis hin zu Alexander Sacharoffs performativen Grenzüberschreitungen. Zu sehen sind in dieser aktuellen Kunstausstellungen auch die Künstlerinnen, die eine zentrale Rolle in der Bewegung der Blaue Reiter spielten. Neben Gabriele Münters expressiver Malerei werden ausdrucksstarke Selbstporträts von Elisabeth Epstein, die dramatischen Gemälde der Kosmopolitin Marianne von Werefkin und Maria Franck-Marcs hintergründige Stillleben und utopische Kinderwelten präsentiert. Bedeutende Neuzugänge zur Sammlung des Lenbachhauses wie die großformatigen abstrakten Kompositionen von Wilhelm Morgner oder sozialkritische Werke von Emmy Klinker und Albert Bloch sind erstmals zu sehen. Mit über 150 Arbeiten eröffnet die Münchner Kunstausstellung neue Perspektiven auf eine der bedeutendsten Bewegungen der europäischen Avantgarde und zeigt, wie aktuell ihre Fragen nach Emanzipation, ästhetischer Praxis und gattungsübergreifenden Innovationen auch heute sind. Der Blauen Reiter verstand Kunst als Botschaft und nicht als bloßes Problem der (schönen) Form. So beschreibt Else Lasker-Schüler 1911 in einem Gedicht die Suche nach einem weiteren Horizont mit den Worten: „Über die Welt hinaus.“